Banner Ref Jubl animiertAm 31.10.2017 jährt sich zum 500. mal der Anschlag der "95 Thesen" durch Martin Luther an das Portal der Schlosskirche in Wittenberg. Durch den durch J. Gutenberg entscheidend weiterentwickelten Buchdruck ("bewegliche Lettern") verbreiteten sich diese rasant und lösten die "Reformation" mit aus.

 

In vergangenen 5 Jahrhunderten ist viel geschehen. Nach der Aufspaltung der Christenheit in eine "katholische" und eine "orthodoxe" Konfession (1024 begonnen dann 1792 konsequent besiegelt; 1965 wurde der gegenseitige Bann aufgehoben) war mit dem Entstehen der "evangelischen" Konfession eine weitere schmerzhafte Spaltung entstanden. Der 30-jährige Krieg (1648 - 1648) verwüstete Europa und vertiefte die Abgründe.

Die ökumenische Bewegung ist demgegenüber relativ jung. 1948 wurde der "Ökumenische Rat der Kirchen" gegründet. Das 2. Vatikanische Konzil (1962-1965) war ein wichtiger Impuls zur "Öffnung" der katholischen Kirche, auch wenn der Begriff "unitatis redintegratio" (lat. Wiederherstellung der Einheit) für evangelische Ohren zu vereinnahmend klang. Am 31.10.1999 wurde in Augsburg feierlich die "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre" unterzeichnet, die feststellt dass evangelische und katholische Christen im Verständnis der Glaubens und der "Rechtfertigungslehre" zwar etwas verschiedene Sprachen sprechen, sich aber im Kern nicht unterscheiden. Vergangene Lehrverurteilungen treffen die heutigen Kirchen nicht mehr. Derzeit stockt das ökumenische Gespräch am jeweiligen Verständnis von dem was "Kirche" ist. Eine Folge des verschiedenen Amtsverständnisses ist, dass das Abendmahl (dessen Verständnis im Grunde nicht entscheidend auseinanderfällt) noch immer "offiziell" nicht gemeinsam gefeiert werden kann. 

Eine getrennte Christenheit, die sich gegenseitig den rechten Glauben abspricht wäre ein Unding und ein Skandal. Sie machte das öffentliche Zeugnis der Christen unglaubwürdig.  "Ich bitte aber ..., dass sie alle ein seien, damit die Welt glaube ..." (Joh 17,20f). Das Lutherjahr 2017 kann so nicht mehr ein Fest des Triumphes und des behaupteten Rechthabens gegenüber der katholischen Kirche sein. Es kann nur ökumenisch begangen werden - als gemeinsames Wahrnehmen des noch immer vorhandenen schmerzhaften Risses, als gegenseitiges Bekenntnis von Schuld, als Bezeugen des gemeinsamen Glaubens und des gemeinsamen Herrn der Kirche, Jesus Christus.

Vorbereitungen und Infos dazu finden sich unter www.reformation-wuerttemberg.de und unter www.luther2017.de

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